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Bei der Elektroneurographie (ENG) wird die elektrische Funktion der Nerven untersucht.
Die Elektroneurographie (ENG) ist ein wichtiges und schonendes Diagnoseverfahren, das hilft, die Funktion der peripheren Nerven zu überprüfen. Diese Nerven leiten Signale von unserem Gehirn und Rückenmark zu Muskeln und Haut weiter. Wenn diese Nerven nicht richtig funktionieren, kann es zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln, Schmerzen oder Muskelschwäche kommen. Die ENG hilft, herauszufinden, ob solche Beschwerden durch eine Nervenschädigung verursacht werden.
Bei der Untersuchung werden bestimmte Nerven mit schwachen elektrischen Impulsen stimuliert. Diese Impulse lösen eine Reaktion im Nerv aus, die dann gemessen wird. Der Arzt kann dabei genau sehen, wie schnell der Nerv das Signal weiterleitet (die sogenannte Nervenleitgeschwindigkeit) und wie stark die Reaktion des Nervs ist. So lassen sich Störungen oder Schädigungen feststellen, die auf Erkrankungen wie Polyneuropathie (oft bei Diabetes mellitus) oder das Guillain-Barré-Syndrom hinweisen könnten.
Während der Untersuchung werden kleine Elektroden auf die Haut geklebt. Diese Elektroden sind ähnlich wie Pflaster und messen die elektrische Aktivität des Nervs. Manchmal fühlt sich der elektrische Impuls wie ein leichtes Kribbeln oder Zwicken an, aber es ist gut auszuhalten. Der Arzt stimuliert den Nerv an verschiedenen Stellen, um zu sehen, ob das Signal gleichmäßig weitergeleitet wird oder ob es irgendwo Verzögerungen oder Blockaden gibt. Dadurch kann man erkennen, ob zum Beispiel die Schutzhülle des Nervs (Myelinscheide) beschädigt ist, was zu einer langsameren Signalübertragung führen kann.
Ein Beispiel für einen oft untersuchten Nerv ist der Nervus medianus, der beim Karpaltunnelsyndrom eine Rolle spielt. Bei dieser Erkrankung ist der Nerv im Handgelenk eingeengt, was zu Schmerzen und Taubheit in den Fingern führt. Mit der ENG kann der Arzt genau herausfinden, wo der Nerv beeinträchtigt ist und wie stark die Schädigung ist.
Die Untersuchung ist nicht invasiv, also ohne Einschnitte oder Spritzen, und dauert in der Regel nur 5 – 15 Minuten. Sie ist besonders wertvoll, weil sie präzise Aufschlüsse über den Zustand der Nerven gibt, sodass eine gezielte Behandlung geplant werden kann.